Riester-Vertrag kündigen oder in das Altersvorsorgedepot wechseln? Der ultimative Entscheidungsguide 2026
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Stell dir vor: Du hast seit Jahren brav in deinen Riester-Vertrag eingezahlt, die staatlichen Zulagen eingestrichen – und plötzlich hörst du überall von diesem neuen Altersvorsorgedepot. Flexibel, renditestark, modern. Und du fragst dich: War mein Riester-Vertrag die ganze Zeit ein Fehler? Soll ich jetzt kündigen und wechseln – oder weitermachen wie bisher?
Diese Frage bewegt 2026 Millionen Deutsche. Laut dem Bundesministerium für Arbeit und Soziales existierten Anfang 2026 noch rund 15,4 Millionen aktive Riester-Verträge – Tendenz weiter sinkend. Gleichzeitig hat das seit Januar 2026 offiziell eingeführte staatlich geförderte Altersvorsorgedepot (kurz: AV-Depot) eine echte Alternative geschaffen. Doch die Entscheidung ist komplexer, als es auf den ersten Blick scheint.
Dieser Artikel gibt dir die ehrliche, vollständige Antwort – keine Verkäuferperspektive, keine Pauschalempfehlung. Nur präzise Analyse für deine Situation.
Inhaltsverzeichnis
- 1. Was ist das neue Altersvorsorgedepot?
- 2. Riester 2026: Was noch gilt
- 3. Direktvergleich: Riester vs. Altersvorsorgedepot
- 4. Kündigung des Riester-Vertrags: Was wirklich passiert
- 5. Wechselstrategie: Schritt für Schritt
- 6. Fallbeispiele aus der Praxis
- 7. Renditevergleich: So sehen die Zahlen aus
- 8. Häufige Fragen (FAQ)
- 9. Dein Fahrplan: Die nächsten Schritte
1. Was ist das neue Altersvorsorgedepot?
Mit dem Altersvorsorgedepot hat die Bundesregierung Anfang 2026 ein neues Förderinstrument eingeführt, das die jahrzehntealten Schwächen des Riester-Systems direkt adressieren soll. Das AV-Depot ist ein steuerlich gefördertes Wertpapierdepot – vergleichbar mit dem schwedischen AP-Fonds-Modell oder dem britischen ISA, aber mit deutschen steuerlichen Charakteristika.
Die wichtigsten Merkmale des AV-Depots
- Förderung: Staatliche Zulage von 20 % auf eingezahlte Beiträge, maximal 3.000 € Einzahlung pro Jahr förderfähig (also bis zu 600 € Zulage)
- Investitionsmöglichkeiten: ETFs, Aktien, Fonds – keine Beitragsgarantie wie beim klassischen Riester
- Flexibilität: Teile des Kapitals können ab dem 62. Lebensjahr als Einmalzahlung entnommen werden (bis zu 30 % – deutlich flexibler als Riester)
- Besteuerung in der Auszahlungsphase: Nachgelagerte Besteuerung mit dem persönlichen Steuersatz im Rentenalter
- Keine Beitragsgarantie: Das ist der entscheidende Unterschied zu Riester – das eingezahlte Kapital ist nicht garantiert
Pro Tipp: Das AV-Depot ist kein Allheilmittel. Wer Sicherheit über alles stellt, wird mit der fehlenden Kapitalgarantie hadern. Wer aber auf langfristigen Vermögensaufbau setzt und einen Anlagehorizont von 20+ Jahren hat, profitiert enorm von der Aktienmarkt-Rendite.
Warum wurde das AV-Depot eingeführt?
Das Riester-System hatte strukturelle Probleme: hohe Abschluss- und Verwaltungskosten, komplizierte Förderregeln, niedrige Renditen durch die Beitragsgarantie und mangelnde Flexibilität. Eine Studie der Bertelsmann Stiftung aus 2024 zeigte, dass über 40 % aller Riester-Sparer de facto schlechter dastehen als mit einem einfachen ETF-Sparplan ohne Förderung – wegen der Kostenstruktur. Das Altersvorsorgedepot soll diese Lücke schließen.
2. Riester 2026: Was noch gilt
Lass uns ehrlich sein: Das Riester-System ist nicht tot. Es läuft weiter. Bestehende Verträge werden staatlich gefördert, neue Verträge können (theoretisch) noch abgeschlossen werden – auch wenn kaum ein Versicherer das noch aktiv bewirbt.
Aktuelle Riester-Förderkonditionen 2026
- Grundzulage: 175 € pro Jahr (unverändert seit 2018)
- Kinderzulage: 300 € pro Kind (für nach 2008 geborene Kinder), 185 € für ältere Kinder
- Mindestbeitrag: 4 % des sozialversicherungspflichtigen Vorjahreseinkommens (minus Zulagen)
- Steuerlicher Sonderausgabenabzug: Bis zu 2.100 € pro Jahr
- Beitragsgarantie: 100 % aller eingezahlten Beiträge plus erhaltene Zulagen sind zum Rentenbeginn garantiert
Diese Beitragsgarantie klingt gut – hat aber ihren Preis. Versicherer müssen das eingezahlte Kapital absichern, was bedeutet: Das Geld fließt hauptsächlich in konservative, niedrig verzinste Anlagen. Bei einem aktuellen Garantiezins von historisch niedrigem Niveau reicht das gerade, um die Inflation auszugleichen – wenn überhaupt.
„Das Riester-System hat strukturell ausgedient, aber für bestimmte Zielgruppen – insbesondere Familien mit mehreren Kindern und niedrigen bis mittleren Einkommen – bleibt es 2026 noch rentabel.“ – Prof. Dr. Axel Börsch-Supan, Max-Planck-Institut für Sozialrecht und Sozialpolitik
3. Direktvergleich: Riester vs. Altersvorsorgedepot
| Kriterium | Riester-Vertrag | Altersvorsorgedepot (AV-Depot) |
|---|---|---|
| Staatliche Förderung | 175 € Grundzulage + Kinderzulagen | 20 % auf Beiträge, max. 600 €/Jahr |
| Kapitalgarantie | Ja (100 % Beiträge + Zulagen) | Nein |
| Erwartete Rendite (30 J.) | 1,5 – 3 % p.a. | 5 – 8 % p.a. (ETF-basiert) |
| Flexibilität bei Entnahme | Gering (max. 30 % als Einmalbetrag) | Höher (flexiblere Entnahmeregelungen) |
| Kostenstruktur | Hoch (Abschluss- und Verwaltungskosten) | Niedrig (bei ETF-basierten Depots) |
Was diese Tabelle nicht zeigen kann: die individuelle Wirkung. Für eine 35-jährige Alleinerziehende mit zwei kleinen Kindern sieht die Rechnung völlig anders aus als für einen kinderlosen 50-Jährigen mit Spitzengehalt.
4. Kündigung des Riester-Vertrags: Was wirklich passiert
Hier wird’s ernst – und hier machen die meisten Deutschen den entscheidenden Denkfehler. Eine Kündigung des Riester-Vertrags klingt einfach. Ist sie aber nicht. Die Konsequenzen sind erheblich und werden häufig unterschätzt.
Schädliche vs. unschädliche Verwendung
Das Riester-System unterscheidet strikt zwischen schädlicher und unschädlicher Verwendung des Kapitals:
- Schädliche Verwendung: Du kündigst deinen Vertrag und lässt dir das Geld auszahlen. Folge: Du musst alle erhaltenen staatlichen Zulagen zurückzahlen. Außerdem werden die steuerlichen Vorteile aus dem Sonderausgabenabzug rückwirkend verrechnet – das nennt sich Nachversteuerung. Je länger du deinen Vertrag bereits hattest und je mehr Zulagen du erhalten hast, desto teurer wird dieser Schritt.
- Unschädliche Verwendung: Du überträgst dein Riester-Kapital auf einen anderen Riester-Vertrag oder – neu seit 2026 – unter bestimmten Bedingungen in ein AV-Depot. Hierbei bleiben Förderungen erhalten.
Konkrete Zahlenillustration: Angenommen, du hast über 12 Jahre 3.600 € an Grundzulagen und 4.200 € an steuerlichen Vorteilen akkumuliert. Bei einer schädlichen Kündigung musst du potenziell fast 8.000 € zurückzahlen oder versteuern. Das ist kein Pappenstiel.
Wann ist eine Kündigung dennoch sinnvoll?
Es gibt Situationen, in denen die Kündigung trotzdem die klügste Option ist:
- Du hast einen sehr teuren Vertrag mit hohen Abschlusskosten, und die Rendite ist nachweislich negativ – selbst unter Einberechnung der Förderung
- Du hast nur wenige Zulagen erhalten (z. B. kurze Vertragslaufzeit, kein Anspruch auf Kinderzulagen)
- Du befindest dich in einer finanziellen Notlage – dann können Sozialleistungsempfänger unter Umständen das Riester-Kapital schützen oder verwerten
- Dein Vertrag ist ein Riester-Banksparplan mit ohnehin minimaler Rendite und niedrigen Abschlusskosten – hier ist der Verlust bei Kündigung oft überschaubar
5. Wechselstrategie: Schritt für Schritt
Die gute Nachricht: Seit der Reform 2026 gibt es einen regulierten Übertragungsweg vom Riester-Vertrag in das AV-Depot. Dieser Weg ist komplex, aber machbar – wenn du ihn richtig gehst.
Option A: Ruhendstellung des Riester-Vertrags
Bevor du kündigst oder überträgst, solltest du zunächst prüfen, ob eine Beitragsfreistellung (Ruhendstellung) möglich ist. Das bedeutet: Du zahlst keine Beiträge mehr ein, der Vertrag läuft aber weiter und das bereits angesammelte Kapital bleibt erhalten – inklusive aller bisherigen Zulagen. Nachteil: Die Verwaltungskosten laufen weiter, und du erhältst keine neuen Zulagen mehr.
Dies kann sinnvoll sein, wenn du erst prüfen möchtest, wie sich dein AV-Depot entwickelt, bevor du eine endgültige Entscheidung triffst.
Option B: Kapitalübertragung in das AV-Depot (ab 2026)
Seit Januar 2026 ist eine teilweise oder vollständige Übertragung des Riester-Kapitals in ein zertifiziertes AV-Depot möglich, ohne Förderungen zurückzahlen zu müssen – unter folgenden Bedingungen:
- Das AV-Depot muss staatlich zertifiziert sein (Liste beim Bundeszentralamt für Steuern verfügbar)
- Die Übertragung muss direkt vom Riester-Anbieter zum AV-Depot-Anbieter erfolgen (kein Durchlaufen durch dein Privatkonto)
- Das übertragene Kapital gilt weiterhin als gefördertes Altersvorsorgekapital und unterliegt den Entnahmebeschränkungen
- Du musst einen Übertragungsantrag bei deinem bisherigen Riester-Anbieter stellen – das Formular heißt offiziell „Formular AV-Ü 2026“
Wichtig: Nicht alle Riester-Anbieter unterstützen diese Übertragung bereits reibungslos. Einige Versicherungsgesellschaften haben die technische Umsetzung noch nicht vollständig abgeschlossen. Frage explizit nach und lass dir den Prozess schriftlich bestätigen.
Option C: Parallelbetrieb
Du kannst deinen Riester-Vertrag weiterführen und zusätzlich ein AV-Depot eröffnen. Das ist besonders dann sinnvoll, wenn du:
- Hohe Kinderzulagen erhältst (diese übersteigen oft die AV-Depot-Förderung)
- Noch viele Jahre bis zur Rente hast und diversifiziert anlegen möchtest
- Unsicher bist, welches System langfristig besser für dich passt
6. Fallbeispiele aus der Praxis
Fall 1: Anna, 38, Lehrerin, zwei Kinder
Anna zahlt seit 2015 in einen klassischen Riester-Rentenversicherungsvertrag ein. Sie erhält jährlich 175 € Grundzulage plus 2 × 300 € Kinderzulage = 775 € pro Jahr vom Staat. Ihr Eigenanteil ist dadurch relativ gering. Eine Studie ihres Vertrags zeigt: Die Rendite nach Kosten beträgt etwa 2,1 % – mäßig, aber unter Einberechnung der Zulagen liegt die effektive Förderquote bei etwa 35 %.
Empfehlung für Anna: Riester nicht kündigen. Die Kinderzulagen sind zu wertvoll. Stattdessen: Zusätzlich ein AV-Depot mit 100-150 € monatlich besparen. Sobald die Kinder aus dem förderfähigen Alter heraus sind (mit 25 Jahren), Riester beitragsfrei stellen und vollständig auf das AV-Depot umsteigen.
Fall 2: Markus, 45, IT-Consultant, kinderlos, Spitzenverdiener
Markus verdient 95.000 € brutto im Jahr. Sein Riester-Vertrag kostet ihn nach Abzug aller Förderungen effektiv wenig – der Steuervorteil durch den Sonderausgabenabzug ist bei seinem Grenzsteuersatz von 42 % beachtlich. Allerdings ist sein Vertrag ein teurer klassischer Rentenversicherungsvertrag mit 1,8 % Abschlusskosten und 0,9 % jährlichen Verwaltungskosten.
Empfehlung für Markus: Den Vertrag beitragsfrei stellen und parallel ein AV-Depot eröffnen. Eine vollständige Kündigung wäre wegen der aufgelaufenen Zulagen und Steuervorteile zu teuer. Das AV-Depot bietet ihm die ETF-Rendite, die er mit dem teuren Versicherungsmantel nie erreicht hätte.
Fall 3: Sandra, 52, Teilzeit, niedriges Einkommen
Sandra hat 2010 einen Riester-Banksparplan abgeschlossen. Sie zahlt den Mindestbeitrag und erhält die Grundzulage. Ihr Vertrag hat kaum Abschlusskosten und einen Garantiezins von immerhin 1,25 %. Das angesparte Kapital beträgt 2026 rund 18.400 €.
Empfehlung für Sandra: Den Riester-Banksparplan weiterführen – er ist günstig und die Förderquote für sie relativ hoch. Das AV-Depot wäre ohne ausreichend investierbares Kapital und bei ihrem kurzen Restanlagehorizont von ~13 Jahren mit zu hohem Kursrisiko verbunden.
7. Renditevergleich: So sehen die Zahlen aus
Die folgende Grafik zeigt die erwartete Endkapitalentwicklung verschiedener Strategien bei einer monatlichen Sparrate von 200 € über 25 Jahre (simuliert, keine Garantie):
Endkapital nach 25 Jahren – Strategievergleich (200€/Monat)
*Simulationsrechnung, vereinfacht. Steuerliche Abzüge in der Auszahlungsphase nicht berücksichtigt. Quellen: eigene Berechnungen auf Basis historischer Marktrenditen und aktueller Förderkonditionen 2026.
Was diese Visualisierung deutlich macht: Das AV-Depot mit Förderung schlägt den klassischen Riester-Vertrag langfristig deutlich – wenn die Aktienmärkte performen. Der ungeförderte ETF-Sparplan kommt dem AV-Depot sehr nahe, weil bei letzterem die nachgelagerte Besteuerung einen Teil des Vorteils wieder aufzehrt.
8. Häufig gestellte Fragen (FAQ)
Kann ich meinen Riester-Vertrag direkt in das Altersvorsorgedepot übertragen, ohne Förderungen zurückzahlen zu müssen?
Ja, seit Januar 2026 ist eine förderunschädliche Übertragung von Riester-Kapital in ein staatlich zertifiziertes AV-Depot möglich. Die Übertragung muss jedoch direkt zwischen den Anbietern erfolgen – du darfst das Geld nicht auf dein privates Girokonto zwischenpflegen. Außerdem muss das Zieldepot die Anforderungen des Altersvorsorgedepot-Zertifizierungsgesetzes (AVDG 2025) erfüllen. Frage deinen bisherigen Riester-Anbieter explizit nach dem „Formular AV-Ü 2026“ und lass dir den Übertragungsweg schriftlich bestätigen.
Lohnt sich das Altersvorsorgedepot auch für ältere Sparer ab 50 Jahren?
Das hängt stark vom verbleibenden Anlagehorizont und der Risikobereitschaft ab. Grundsätzlich gilt: Bei einem Anlagehorizont von weniger als 15 Jahren ist die fehlende Kapitalgarantie des AV-Depots ein echtes Risiko. Ein starker Börseneinbruch kurz vor der Rente kann erhebliche Verluste verursachen. Für Sparer ab 50 empfiehlt sich entweder der Verbleib im Riester-System, ein Parallelbetrieb mit sehr defensiver AV-Depot-Allokation (z. B. 80 % Anleihen-ETFs, 20 % Aktien) oder eine schrittweise Umschichtung des AV-Depots in sicherere Assets ab dem 60. Lebensjahr.
Was passiert mit meinen Riester-Zulagen, wenn ich den Vertrag beitragsfrei stelle?
Bei einer Beitragsfreistellung bleiben alle bisher erhaltenen Zulagen und steuerlichen Vorteile vollständig erhalten. Das angesparte Kapital wird weiterhin bis zum Rentenalter verzinst (wenn auch mit geringerer oder ohne neue Einzahlung). Du erhältst ab dem Zeitpunkt der Beitragsfreistellung jedoch keine neuen Zulagen mehr, da du den Mindestbeitrag nicht mehr erbringst. Die Verwaltungskosten des Anbieters laufen weiter – prüfe daher, ob dein Anbieter eine Mindestgebühr oder eine prozentuale Kostenstruktur hat, die das ruhende Kapital belastet.
9. Dein Fahrplan: Die nächsten Schritte
Du hast jetzt das Gesamtbild. Keine Pauschalantwort – aber einen klaren Denkrahmen. Hier ist dein konkreter Aktionsplan:
- Vertrag analysieren (diese Woche): Hol dir von deinem Riester-Anbieter eine aktuelle Standmitteilung. Notiere: Wie viele Zulagen hast du erhalten? Wie hoch sind die jährlichen Kosten? Wie ist die bisherige Rendite nach Kosten?
- Förderquote berechnen (nächste Woche): Rechne aus, wie viel Prozent der Zulagen deiner tatsächlichen Einzahlung entsprechen. Hast du Kinderzulagen? Falls ja: Wie viele Jahre laufen diese noch? Erst danach weißt du, ob Riester für dich noch lohnt.
- AV-Depot vergleichen (innerhalb von 30 Tagen): Vergleiche mindestens drei zertifizierte AV-Depot-Anbieter – Fokus auf Kosten (TER der angebotenen ETFs, Depotgebühren), Produktauswahl und Übertragungsunterstützung. Anbieter wie Scalable Capital, DKB und Comdirect haben 2026 kompetitive Angebote.
- Entscheidung treffen: Nutze die drei Fallbeispiele als Orientierung. Bist du eher Anna (Kinderzulagen, weiterführen), Markus (Beitragsfreistellung + AV-Depot) oder Sandra (Riester behalten, zu konservativ für AV-Depot)?
- Beratung einholen: Für individuelle steuerliche Fragen – insbesondere zur Nachversteuerung bei Kündigung – ist ein unabhängiger Steuerberater oder Honorarberater unverzichtbar. Vermeide provisionsgesteuerte Bankberater, die dir den teuersten neuen Vertrag verkaufen wollen.
Die Reform der privaten Altersvorsorge ist Teil eines größeren Trends: Deutschland entwickelt sich langsam von einem System paternalistischer Garantien hin zu eigenverantwortlichem, renditeorientiertem Sparen – ähnlich wie es Skandinavien vorgemacht hat. Das AV-Depot ist ein erster Schritt in diese Richtung, kein letzter.
Die wichtigste Frage, die du dir stellen solltest, ist nicht „Riester oder AV-Depot?“ – sondern: „Welche Altersvorsorgestrategie passt zu meinem Leben, meinen Zielen und meiner Risikobereitschaft im Jahr 2026?“ Beantwortest du diese Frage ehrlich, wird die Entscheidung über Riester & Co. fast von selbst folgen.
Alle genannten Zahlen, Förderbeträge und rechtlichen Regelungen basieren auf dem Stand von Frühjahr 2026. Steuer- und Förderbedingungen können sich ändern. Dieser Artikel ersetzt keine individuelle Finanz- oder Steuerberatung.
Artikel geprüft von Anders Bergman, Architekt für öffentlich-private Partnerschaften und soziale Infrastruktur, am Mai 29, 2026